Ehrenpreise 2010

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Kammerphilharmonie_BremenExemplarische Kulturvermittlung und künstlerische Vielseitigkeit sind seit dreißig Jahren Gütesiegel der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Mit sorgfältig durchdachten, fulminant musizierten Programmen hat sich das von seinen Mitgliedern als eigenständiges Unternehmen geführte Ensemble international eine außerordentliche Reputation erworben. Davon zeugen nicht zuletzt die von Bach bis zu zeitgenössischen Komponisten reichenden Einspielungen für den Klassikmarkt. Bisheriger Höhepunkt ist das 2009 abgeschlossene, mit dem Chefdirigenten Paavo Järvi verwirklichte und klangtechnisch superb im mehrkanaligen 5.1-Verfahren aufgezeichnete Beethoven-Projekt, dem sich nun eine ebenso ambitionierte Einspielung aller Schumann-Sinfonien anschließt.

Biografie: 1980 gegründet, war Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen zunächst ein Zusammenschluss außergewöhnlicher Musikstudenten, die sich eine basisdemokratische Verfassung gaben. 1987 als professionelles Kammerorchester in Frankfurt institutionalisiert, hat das Ensemble seit 1992 seinen Sitz in der Freien Hansestadt Bremen. (Für die Jury: Ludolf Baucke)

Der Ehrenpreis wurde am Samstag, 11. September 2010 im Rahmen des Beethovenfestes Bonn anlässlich eines Konzerts der Kammerphilharmonie in der Beethovenhalle verliehen.


Peter Finger

peter_finger Man kann Peter Fingers Verdienste nicht hoch genug einschätzen. Was der Deutschen liebstes Instrument angeht, befindet sich Finger in allen denkbaren Kreativpositionen: Er ist Produzent, Labelchef, Herausgeber, Festivalveranstalter, Komponist und international anerkannter Akustikgitarrist. Menschen mit solch multiplen Talenten und der dazugehörigen Schaffenskraft gibt es nicht viele, noch seltener allerdings ist es, dass Finger all diese Funktionen seit unzähligen Jahren auf höchstem künstlerischem Niveau ausübt. Das macht ihn zu einer Ausnahmeerscheinung - nicht nur auf dem Gebiet der Akustikgitarre. (Für die Jury: Mike Kamp)

Der Ehrenpreis wurde am Samstag, 18. September 2010, im Rahmen des Beethovenfests Bonn in der Bonner Harmonie überreicht.

Christof Stählin

staehlin_vihuela_druck Ein präziser Beobachter und Wortmetz, Tondichter und Sänger ist Christof Stählin, der heimliche Doyen der Waldeck-Lieder"macher". Wie diese begann er im imaginierten Mittelalter, mit Songs vom schrägen Turm, und parodierte brillant die Manierismen des Überväterchens Franz Josef Degenhardt. Was Stählin von vielen BRD-Barden unterschied: Dem Lautenisten, Chorleiter und Virtuosen auf Gitarre und Vihuela war das klassische Erbe wohlvertraut. Gemeinsam mit dem Trompeter Edward Tarr rettete er den spätbarocken "deutschen Bellman" Johann Christian Günther vor dem Vergessen. Dem 68er-Aufruhr setzte er "Privatlieder" entgegen, die Revolutionsfreunde ermahnte er, über der Gleichheit und Freiheit die "fraternité" nicht aus den Augen zu verlieren. Gestalterischer Perfektionismus ließ ihn seinen eigenen Verlag NOMEN+OMEN und SAGO, eine Schule für den Nachwuchs gründen. Seine letzten CDs kündigen ein reifes, gelassenes Spätwerk an. Manche deutschen Wellen sind vorübergeschwappt, während Stählins leise gezupften, unaufdringlichen und dennoch schlagkräftigen Lieder unüberhörbar weiterklingen.
(Für die Jury: Nikolaus Gatter)

Der Ehrenpreis wurde am Sonntag, 3. Oktober 2010, im Rahmen einer Kabarettaufführung in Stählins Heimatstadt Hechingen überreicht.

Ehrenpreisträger 1968 bis 2010

Die Preisträger der Ehrenurkunden 2011 werden in der Jahresmitte 2011 mitgeteilt.

 

 

 

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