Ehrenpreise 2011

Murray Perahia

Murray Perahia. Copyright: Felix BroedeSeit Jahrzehnten ist Murray Perahia bekannt als ein ebenso umsichtiger wie sensibler Erforscher der Klavierwelten, mit einem breiten Repertoire, vom Barock bis in die Spätromantik. Ob bei Bach, Mozart, Beethoven, Schubert oder bei Chopin und Brahms: Perahia entwickelt nie vordergründige Dramen, er inszeniert Innerlichkeit. Sein poetisch inspirierter Anschlag, seine bis in Nuancen der Phrasierung durchdachte Artikulation und die Balance haarfeiner Klangrelationen zeichnen Perahias Interpretationen aus und führen zu einem Vortragsstil, der auffallend von Gesanglichkeit geprägt wird. Die von Murray Perahia vorgelegten Einspielungen haben über einen langen Zeitraum seine Ausnahmestellung im internationalen Klavierbetrieb bestätigen können. (Für die Jury: Christoph Vratz)

Der Ehrenpreis wurde am Mittwoch, 7. September 2011, anlässlich eines Konzerts in der Alten Oper Frankfurt verliehen. Download icon Laudatio Perahia

Sven Regener

Sven Regener. Foto: Charlotte Goltermann Es gibt ihn noch, den Künstler, der in verschiedenen Genres nicht nur aktiv ist, sondern jeweils Herausragendes leistet: Sven Regener ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Komponist, Musiker und Sänger. Dabei vereint Regener Qualität mit kommerziellem Erfolg. Seine Bücher sind Bestseller, seine Filme sind Blockbuster, und in Sachen Musik veröffentlicht er mit seiner Band "Element of Crime" immer wieder Perlen der deutschsprachigen Musikszene. Mit hintersinnigem Witz und leiser Melancholie erreicht Regener sein Publikum, ohne sich zu verbiegen oder dem Zeitgeist hinter her zu rennen. Stets hat man den Eindruck, er erzähle „nur“ aus seinem Leben, hebt es aber - ohne sich je zu verheben - auf eine künstlerische Ebene. Ganz gleich, ob dem Romanautor mehrere hundert Seiten oder dem Songwriter die berühmten „drei Minuten“ zur Verfügung stehen. (Für die Jury: Hans Reul)

Der Ehrenpreis wurde im Rahmen einer Lesung auf dem Harbour Front Literaturfestival am Montag, 19. September 2011, im Imperial Theater in Hamburg verliehen.


Simon Perry

Simon Perry, HyperionDie Geschichte des britischen Labels „Hyperion“ ist in Summe eine erstaunliche Erfolgsgeschichte. Sie basiert auf Ideenreichtum, Risikobereitschaft, künstlerischem Augenmaß und einem ausgeprägten Sinn für die Möglichkeiten einer eigenständigen Repertoiregestaltung in enger Bindung zu den verpflichteten Interpreten. Dies ist das Verdienst von Simon Perry, der 2003 die Verantwortung für „Britain’s brightest record label“ übernahm. Das von Ted Perry gegründete Label feiert nun 30 Jahre Entdeckerlust, Fertigungsverlässlichkeit und hohe Qualität in der begleitenden musikphilologischen Information. Und nicht zuletzt kann Simon Perry auf markante, zum Teil monumentale Editionen verweisen – wie etwa Leslie Howards Gesamtaufnahme aller Klavierwerke Liszts oder das Projekt „The Romantic Piano Concerto“ mit aktuell mehr als 50 Publikationen. Mut und Initiativkraft mithin schier ohne Ende: für 2011 sind mehr als 70 Neuaufnahmen angekündigt. (Für die Jury: Peter Cossé)

Der Ehrenpreis wurde am Dienstag, 27. September 2011, im Rahmen des Beethovenfestes Bonn im Kammermusiksaal verliehen.

Ehrenpreisträger 1968 bis 2011

Die Preisträger der Ehrenurkunden 2012 werden am Jahresanfang 2013 mitgeteilt.

 

 

 

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