Franz Schubert: Lieder - Poetisches Tagebuch

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Die Kunst, Schubert zu singen hat sich seit Schuberts Zeiten so stark gewandelt, dass man sagen kann: Seine Lieder sind eine Art musikalisches Lackmuspapier, an dem die jeweils innersten Werte und ästhetischen Maßstäbe eines Zeitalters ablesbar sind. Christoph Prégardien machte eine solch schockhafte Epochenzäsur hörbar, als er vor einem Vierteljahrhundert sein Plattendebut gab mit der ersten historisch-informierten „Schönen Müllerin“, vibratofrei und geradeheraus gesungen wie ein Volkslied, begleitet auf dem Hammerflügel von Andreas Staier. Heute ist er ein Star unter den lyrischen Tenören, gefeiert für die klare Diktion und Ausdrucksglut seiner Lesarten, für die Bandbreite seines Repertoires, die tiefe Durchdringung der Noten- und Verstexte, den immergrünen Jugendschmelz seines Timbres. Ein seelenverwandter Perfektionist und Abenteurer der Nuance: Klavierbegleiter Julius Drake. So musste diese Auswahl der raren „Schulze-Lieder“ ein großer Wurf werden, ein köstlicher Glücksfall. Franz Schubert schrieb sie 1824 auf die irren, wirren Sehnsuchtsverse aus dem „Poetischen Tagebuch“ des sächsischen Dichters Ernst Schulze, der früh starb, wie er. (Für den Jahresausschuss: Eleonore Büning)

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