Jewgenij Samjatin: Wir

wirJewgenij Samjatins Anti-Utopie „Wir“ nahm 1920 in ihrer Vision vom gleichgeschalteten, gläsernen Menschen warnend vorweg, was nur wenige Jahre später die totalitären Systeme Nationalsozialismus und Stalinismus kennzeichnen sollte: Glücksverheißung und Führerkult, vollständige Kontrolle über den Einzelnen, die Vernichtung eines Jeden, der sich dem System widersetzt. Auch heute hat der Roman nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Was allerdings seine Bekanntheit betrifft, so stand er stets im Schatten der von  ihm angeregten Dystopien „Schöne neue Welt“ und „1984“. Diese Hörspielbearbeitung bringt „Wir“ endlich eindrucksvoll zur Geltung. Garanten dafür sind die konzentrierte Bearbeitung von Ben Neumann, die effektvolle Orchestrierung der eigens für das Hörspiel komponierten Musik von Raphael D. Thöne, die Professionalität der agierenden Schauspielerinnen und Schauspieler, darunter Jana Schulz, Andreas Pietschmann und Hanns Zischler. Unter der sensibel-sicheren Regie von Christoph Kalkowski fügen sich alle Elemente der  Produktion - Ton, Geräusch, Wort, Stimme -  zu einem fesselnden Klangerlebnis, in dem das Werk auf beunruhigend gegenwärtige Weise kritische Wirkung entfaltet. (Für den Jahresausschuss: Wolfgang Schiffer)

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