Anderson East: Delilah

anderson-east-delilahUnter all den Bubis, die in letzter Zeit dem klassischen Soul in seiner südstaatlichen, weder funky noch glamourös daherkommenden Spielart wieder Leben einhauchen, wirkt Anderson East, der fast lächerlich genauso aussieht wie Stotterer Billy Bibbit in Milos Formans Film „Einer flog über das Kuckucksnest“, wohl am bubihaftesten. Das ist aber bloß äußerlich. Denn er ist der Erwachsenste, im Rückgriff auf die Tradition und im Wissen um die Möglichkeiten dezenter Grenzüberschreitung auch der Kompetenteste, Bewussteste. Sein zweites Album „Delilah“, mit passender Produktion und transparenten Kompositionen, ist das phantastische Beispiel für ein Interpretentum, dessen Rückbesinnung aufs Erbe schwarzer und weißer Country-Soul-Sänger wie Joe Tex, Joe Simon, Percy Sledge und Jim Ford nichts Epigonales hat, vielmehr selbstbewusst swingt, groovt und dazu eine Stimme aufbietet, die sanft und innig schnurren, aber auch wie Sandpapier reiben und, vor allem in der überragenden R&B-Nummer „Find ‘Em, Fool ‘Em and Forget ‘Em“, schneidend ekstatisch zu werden vermag. Unerreicht die Subtilität im Country-Swing „Devil in Me“, das jeden Vergleich mit dem besten Material aus der glorreichen Zeit der Fame-Studios in seiner Heimat Alabama aushält. (Für den Jahresausschuss: Edo Reents)

Hörbeispiele durch Klick auf das Cover

Joomla "wookie mp3 player 1.0 plugin" by Sebastian Unterberg

Archiv Jahrespreise