Agostino Steffani: Niobe, Regina di Tebe.

agostino-stefani Agostino Steffani: Niobe, Regina di Tebe. Philippe Jaroussky, Karina Gauvin u.a. Boston Early Music Festival Orchestra, Paul O’Dette, Stephen Stubbs. Erato 2564634354 (Warner)

 

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Langeweile gibt es bei Agostino Steffani und seiner 1688 uraufgeführten „Niobe“ nicht. Der Komponist, nebenbei auch ein geschickter Politiker und einflussreicher Bischof, setzt den Perspektivenwechseln, die andere Zeitgenossen, beispielsweise Georg Friedrich Händel, in ihren Opernarien durch Wiederholung erreichten, entschieden kleingliedrige Formen, eine unmittelbare Theatralik und reiche Abwechslung entgegen. All dies fängt die Gesamtaufnahme des Boston Early Music Festival auf packende und plastische Weise ein. Paul O’Dette und Stephen Stubbs schulten das Festivalorchester sorgsam in Belangen der französischen Tanzrhythmik wie auch der Klangfarbgebung. Unter den Sängern sorgen Karina Gauvin mit ihrer facettenreichen Gestaltung der Titelpartie, Philippe Jaroussky als überzeugend amtsmüder Anfione sowie Amanda Forsythe mit ihrem strahlend-beweglichen Sopran für hohe interpretatorische Empathie. Allein die Todesarien des Königspaares sind, mit hörbar versteinerten Tränen und tropfendem Herzblut, Wunderwerke prallbarocker Bildlichkeit. (Für die Jury: Susanne Benda)

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