Von Anderson bis Zender: Die elf Jahrespreise 2016 vom PdSK e.V.

jahrespreis-117px-transparentBonn. Der Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. gibt die elf Siegertitel bekannt, die mit einem Jahrespreis 2016 ausgezeichnet werden. Insgesamt waren 113 Produktionen, die in den letzten achtzehn Monaten herauskamen, von der Gesamtjury als herausragend evaluiert und für die Longlist nominiert worden. Dem Jahresausschuss oblag die Qual der Wahl, aus dieser Fülle abermals eine Auslese treffen zu müssen, wobei die repräsentative Bandbreite an Musiksorten, wie sie vom PdSK e.V. Quartal für Quartal beobachtet und bewertet wird, immer noch aufscheinen sollte. Unter den Jahrespreisen finden sich Neues neben Altem, eine Verdi-Oper neben einem Soul-Blues-Debut, Jazz-Poesie neben Schubert-Liedern, Trommelgesänge neben Hör-Dramen.

Je ein Jahrespreis 2016 geht an 1.) den Chordirigenten Hans-Christoph Rademann und seinen Dresdner Kammerchor für ihr waghalsiges Unterfangen, sämtliche Vokalwerke von Heinrich Schütz aufzunehmen, mit hervorragenden Solisten und auf historisch informierter Textbasis, insbesondere für die 2016 neu erschienene Johannespassion (Carus/Note1); 2.) an den norwegischen Pianisten Tord Gustavsen, der sich für sein Album What Was Said mit melancholisch-zarten Übermalungen heimatlicher Kirchenhymnen mit dem Perkussionisten Jarle Vespestad und Sängerin Simin Tander zusammentat (ECM/Universal); 3.) an Hörspielautor Ben Neumann und Regisseur Christoph Kalkowski für die reich ausgestattete, fulminant besetzte Hörspielproduktion von Jewgenij Samjatins Zukunftsroman „Wir“ (Audio Verlag); 4.) an den Dirigenten Pablo Heras-Casado, das Freiburger Barockorchester, die Geigerin Isabelle Faust, den Cellisten Jean-Guihen Queyraz sowie den Pianisten Alexander Melnikov für ihr innovatives Robert-Schumann-Projekt mit Sämtlichen Trios und Konzerten (harmonia mundi); 5.) an den New Yorker R&B-Künstler Maxwell für den zweiten Teil seiner lebensprühenden New-York-Trilogie: blackSUMMERS’night (Sony); 6.) an den russischen Ausnahmepianisten Grigory Sokolov für den Salzburger Live-Mitschnitt eines Konzertes mit Beethovens Hammerklaviersonate und späten Schubert-Stücken (DG/Universal); 7.) an den Dirigenten Antonio Pappano für seine neue Maßstäbe setzende Studioeinspielung der Oper Aida von Giuseppe Verdi, mit herausragenden Solisten, u.a. Anja Harteros und Jonas Kaufmann (Warner); 8.) an den jungen weißen Blues-Sänger Anderson East aus Alabama für sein erstaunliches erstes Album Delilah (Electra/Warner); 9.) an den Tenor Christoph Prégardien und den Pianisten Julius Drake für ihre entspannt-meisterhafte Schubertlesart auf dem Album Poetisches Tagebuch, mit den raren Schulze-Liedern (Challenge/New Arts International); 10.) an die Berliner Musikethnologin Edda Brandes, die für das kleine Entdecker-Label Benkadi die unerhörten Töne der traditionellen Musikformen Mauretaniens einfing, in Ton und Bild (www.benkadi.org); 11.) an den Akkordeonisten Teodoro Anzellotti und den Violaspieler Christophe Desjardins, die auf ihrem Album …of waters making moan sechs zeitgenössische Kompositionen in Ersteinspielung vorstellen, von Hans Zender, Rebecca Saunders, Gérard Pesson, Marco Stroppa und Jonathan Harvey.
 icon Jahrespreise 2016


jp-ausschuss-pdsk-2016Dem Jahresausschuss gehörten 2016 folgende elf Juroren an: Susanne Benda (Jury Chormusik, Stuttgarter Nachrichten), Eleonore Büning (Jury Kammermusik, FAZ), Sabine Fallenstein (Jury Cembalo & Orgel, SWR), Michael Kube (Jury Orchestermusik, freier Autor, u.a. Fono Forum,), Joachim Mischke (Jury Filmmusik, Hamburger Abendblatt), Jan Reichow (Jury Traditionelle ethnische Musik, WDR); Wolfgang Schiffer (Jury Hörbuch, freier Autor, WDR); Werner Stiefele (Jury Jazz I, freier Autor, u.a. Stuttgarter Zeitung); Jörg Wachsmuth (Jury R&B, Soul&HipHop, freier Autor, u.a. für das Portal rap2soul.de), Heinz Zietsch (Darmstädter Echo und freier Autor, Jury Grenzgänge), sowie, beratend, Vorstandsmitglied Manfred Gillig-Degrave (Jury Alternative, Musikwoche). (Foto: Angelika Inhoffen)
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